Die Entstehung des Buddhismus.
Prinz Siddhattha, der spätere Buddha, war der Sohn eines Fürsten im nepalesischen Himalaya und wurde ca. 600 Jahre vor Christus geboren. Er verließ aber den Hof und widmete sich den Religionen und Philo- sophien. Er sah sich weder als Gott noch als Gründer einer Lehre eines Gottes und hätte wohl nie erwartet, nach dem Tod vergoldet und angebetet zu werden. Erst Buddhas Anhänger haben später aus der philosophi- schen Lehre, die keinen Gott kennt, eine Lehre religiö- ser Aspekte gemacht.

Buddhisten wollen ihre Seele durch ethisches Verhalten vom ewigen Kreislauf des Leidens befreien, um in den erleuchteten Zustand des Nirvana einzutreten, also an einem seliger Ort im Jenseits zu verbleiben. Für Budd- histen, die von der mehrmaligen Wiedergeburt oder Re-Inkarnation ausgehen, ist dies auch die Befreiung von dieser.

Im Buddhismus erlangt man die Befreiung von Leid, Schmerz, Unvollkommenheit, Unbeständigkeit und Nichtigkeit auf Grund eigener Anstrengung, durch die Überwindung des Anhaftens an seinem „Ich“. Wer sich um seine früheren oder späteren Leben Gedanken macht, kann sich am folgenden Lehrsatz orientieren:
   
Wenn du wissen willst, wer du warst, dann schau wer du bist.  Wenn du wissen willst, wer du sein wirst, dann schau, was du tust.

Was bedeutet Reinkarnation?
Viele Leute sagen Rein-Karnation. Es kommt jedoch von Re (wieder) und Inkarnation (Einsetzung). Also Re- Inkarnation. Man wird erneut in einen Körper eingesetzt und wieder geboren.

Der Buddhismus in Thailand.
Der Theravada-Buddhismus wird ausser in Thailand auch in Burma, Laos, Kambodscha und in dem von den Singhalesen bewohnten Teil Sri Lankas praktiziert.

In fast jeder Gemeinde Thailands steht ein Tempel sprich "Wat". Steinerne Riesen, so genannte "Yak" stehen am Eingang und sollen böse Geister fernhalten (Bild unten). Im Inneren findet man unter Umständen verschiedenartige Statuen des Buddha, welche sitzen, liegen oder stehen. Es gibt sogar deren sieben, für jeden Wochentag eine. Die verstorbenen Mitmenschen werden z.T. noch öffentlich in einem großen Feuer ver- brannt. An größeren Orten gibt es aber auch Kremato- rien, die aus unserer Sicht ganz hübsch anzusehen sind.
  

Buddha wird als Vorbild, aber auch als eine geistig wirksame Kraft aus dem Jenseits betrachtet. Doch nicht nur er, sondern auch die Seelen von verstorbenen Geistlichen und ein früherer König werden im Gebet angerufen. In Khorat wurde der Heiligen "Ya-Moo" gar eine Kultstätte errichtet, wo Thais vor ihr auf die Knie fallen und nötigenfalls um Hilfe bitten. 

      
Im Wohnraum fast jeder Familie befindet sich ein Altar oder mindestens ein Gestell an der Wand, den so ge- nannten "Hing Phra", auf welchem eine Buddhastatue und oft auch Abbildungen von Heiligen stehen. Dazu kommen Räucherstäbchen, ein Glas Wasser und eine Vase mit frischen Blümchen.
  

Vor Wohnhäusern in ländlichen Gegenden stehen kleine bemalte Häuschen, so genannte Sanpraphum, in denen der Hausgeist wohnt. Diese bestehen zumeist aus Holz und Gips. Vor Hotels und Geschäftshäusern trifft man auf weit grössere Exemplare, sogar mit Beleuchtung. Der Standort wird von einem Geistlichen bestimmt und bevor man das Haus betritt, ist der Hausgeist würdig zu begrüssen. Dieser erhält auch kleine Geschenke in Form von Figürchen und regelmäßig Wasser und Blumen.

Die Mönche
Jeder männliche Thai möchte einmal im Leben eine gewisse Zeit im Tempel verbringen, wo er unterwiesen wird und meditiert. Es gibt aber auch Tempel für Frau- en. Am Vormittag erhalten die Mönche die Essens- spende von Gläubigen. Mönche werden eingeladen zu Hochzeitsfeiern und Einweihung eines Hauses. Von Frauen dürfen sie nicht berührt werden. Beim Chanting beteiligen sich auch die Anwesenden im Chor durch Wiederholen der vorgetragenen Worte in der alten Sprache Sanskrit. Durch das jahrelange Meditieren können Mönche mediale Fähigkeiten erlangen und betätigen sich gelegentlich auch als Wahrsager, wobei die Astrologie eine Rolle spielen kann.

Heilige in Thailand
Die Thais verehren verstorbene Könige und ehemalige berühmte Mönche wie Heilige. Es gibt eine Hierarchie vom einfachen Mönch "Phra" über den schon erfahre- nen älteren "Luang-Phô" bis zum alten und erhabenen "Luang Puh". Puh heisst auf Thai Grossvater.

    

(Autor: Heinz Mattmüller)